Geschichte der Hansestadt Wismar
Wismar war Hansestadt, gehörte rund 150 Jahre zu Schweden und kam erst 1903 endgültig zu Mecklenburg zurück. Die Zeitleiste folgt der Chronik der Hansestadt Wismar und weiteren städtischen Veröffentlichungen.
Gründung und Hansezeit
Wismar gehört zu den frühesten Städten Mecklenburgs. Der Name geht laut Stadt vermutlich auf ein kleines Flüsschen zurück, die „aqua wissemara“, das heute nicht mehr nachweisbar ist.
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1229
Erste urkundliche Erwähnung
Das lübische Stadtrecht war nach Darstellung der Stadt von Anfang an in Gebrauch. Bestätigt hat es Heinrich I. von Mecklenburg im Jahr 1266.
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1257
Residenzstadt
Fürst Johann von Mecklenburg verlegt seinen Wohnsitz nach Wismar. Residenzstadt bleibt Wismar bis 1358.
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1259
Vertrag mit Lübeck und Rostock
Die drei Städte schließen einen Vertrag zur Sicherung ihrer Handelswege. Die Stadt sieht darin den Beginn ihrer Zugehörigkeit zur Hanse.
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1276
Bau der Stadtmauer
Die Mauer erhält später fünf Stadttore und 36 Wiekhäuser. Erhalten ist von den Toren nur das Wassertor am Alten Hafen.
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1381
Neubau von St. Nikolai
Der hochgotische Neubau beginnt am Chor. Mit dem oberen Turmgeschoss wird er von 1485 bis 1487 abgeschlossen.
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1524/25
Reformation
Wismar führt die Reformation ein.
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1579
Wasserkunst
Auf dem Marktplatz entsteht bis 1602 das Brunnenhaus nach Plänen von Philipp Brandin. Die Chronik der Stadt nennt vereinfacht das Jahr 1580.
Schwedenzeit
An diese Zeit erinnern heute unter anderem das Zeughaus, das Provianthaus und das Schwedenfest, das im August gefeiert wird.
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1632
Schwedische Truppen nehmen die Stadt ein
Im Dreißigjährigen Krieg besetzen schwedische Truppen Wismar.
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1648
Wismar wird schwedisch
Mit dem Westfälischen Frieden fallen Stadt und Herrschaft Wismar am 24. Oktober 1648 offiziell an Schweden.
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1653
Tribunal im Fürstenhof
Das Königlich-Schwedische Tribunal wird als oberster Gerichtshof für alle Besitzungen Schwedens auf deutschem Boden im Fürstenhof eingerichtet.
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1672
Ausbau zur Festung
Bis 1700 wird Wismar laut Stadtchronik mit 18 Bastionen, 9 Ravelins, 2 Zitadellen und 700 Kanonen zur größten Festung Europas ausgebaut.
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1700
Bau des Zeughauses
Das Zeughaus entsteht nach einer Pulverturmexplosion im Jahr 1699. Heute ist darin die Stadtbibliothek.
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1716
Übergabe im Nordischen Krieg
Schweden muss die Stadt an die Nordischen Alliierten übergeben. 1717 werden die Festungsanlagen auf Verlangen Dänemarks geschleift.
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1803
Pfandvertrag von Malmö
Schweden verpfändet Wismar für 1.250.000 Taler auf hundert Jahre an den Herzog von Mecklenburg-Schwerin.
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1903
Endgültig mecklenburgisch
Mit einem Staatsvertrag vom 20. Juni 1903 verzichtet der König von Schweden auf die Einlösung des Pfandes. An das Ende der Schwedenzeit erinnert der Schwedenstein von 1903.
Industrie, Krieg und Wiederaufbau
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1817
Neues Rathaus
Nach dem Einsturz des alten Rathauses 1807 entsteht bis 1819 der heutige klassizistische Bau.
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1881
Rudolph Karstadt
In der Krämerstraße eröffnet Rudolph Karstadt ein Tuch-, Manufaktur- und Konfektionsgeschäft.
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1908
Ingenieur-Akademie
Robert Schmidt gründet die Ingenieur-Akademie Wismar, aus der die heutige Hochschule Wismar hervorgegangen ist.
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1945
Zerstörung des Gotischen Viertels
Beim letzten Luftangriff des Zweiten Weltkriegs auf Wismar in der Nacht vom 14. auf den 15. April werden Marienkirche, Georgenkirche, Alte Schule und Archidiakonat zerstört.
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1960
Sprengung der Marienkirche
Das beschädigte Kirchenschiff wird trotz Protesten gesprengt. Der Turm bleibt stehen.
Seit 1990
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1990
Wiederaufbau von St. Georgen
Ein Orkan bringt am 25. Januar den Giebel des Nordquerhauses zum Einsturz. Danach beginnt der Wiederaufbau.
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2002
UNESCO-Welterbe
Die Altstädte von Wismar und Stralsund werden gemeinsam in die Welterbeliste aufgenommen.
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2004
Stapellauf der Poeler Kogge
Nach vierjähriger Bauzeit läuft der Koggen-Nachbau „Wissemara“ am 29. Mai vom Stapel.
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2010
St. Georgen wieder in Betrieb
Nach 20 Jahren Aufbau wird die Kirche als Gotteshaus und Kulturkirche wieder genutzt.
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2011
Kreisstadt
Am 4. September entsteht der Landkreis Nordwestmecklenburg in seiner heutigen Form, mit Wismar als Kreissitz.
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2014
Welt-Erbe-Haus und Aussichtsplattform
Das Besucherzentrum zum Welterbe und die Aussichtsplattform auf St. Georgen werden eröffnet.
Quellen zu dieser Seite
Abgeglichen am 29. September 2026.
- Hansestadt Wismar: Chronik, öffnet in neuem FensterGrundlage der Zeitleiste von 1229 bis 2014
- Hansestadt Wismar: Hansezeit, öffnet in neuem FensterErste Erwähnung und Herkunft des Namens
- Hansestadt Wismar: Schwedenzeit, öffnet in neuem FensterWestfälischer Frieden, Verpfändung, Rückkehr 1903, Schwedenstein
- Hansestadt Wismar: Stellungnahme der Bürgerschaft (2005), PDF, öffnet in neuem FensterLübisches Recht und Bestätigung 1266, Datum 24. Oktober 1648, Pfandvertrag 1803, Staatsvertrag vom 20. Juni 1903
- Hansestadt Wismar: Sehenswerte Altstadt, öffnet in neuem FensterBauzeit der Wasserkunst 1579 bis 1602
- Hansestadt Wismar: St.-Georgen-Kirche, öffnet in neuem FensterOrkan 1990 und Wiederaufbau
- Hochschule Wismar: Historie, öffnet in neuem FensterGründung der Ingenieur-Akademie 1908 durch Robert Schmidt
- Deutsche UNESCO-Kommission: Altstädte von Stralsund und Wismar, öffnet in neuem FensterAufnahme in die Welterbeliste 2002