Sehenswürdigkeiten in Wismar

Die meisten Ziele liegen in der Altstadt oder am Alten Hafen und sind zu Fuß gut erreichbar. Baujahre und Angaben folgen den Veröffentlichungen der Hansestadt Wismar und der jeweiligen Einrichtungen.

Markt und Altstadt

Marktplatz, Rathaus und Wasserkunst

Rathaus 1817–1819 · Wasserkunst 1579–1602

Mit rund 10.000 Quadratmetern zählt der Marktplatz laut Stadt zu den größten in Norddeutschland. Die Nordseite nimmt das klassizistische Rathaus ein, gebaut von 1817 bis 1819 nach Plänen des Ludwigsluster Hofbaumeisters Johann Georg Barca.

Die Wasserkunst ist ein überdachtes Brunnenhaus im Stil der niederländischen Renaissance. Sie entstand von 1579 bis 1602 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt.

Alter Schwede

Fassade um 1380

Das Giebelhaus am Markt ist eines der ältesten Bürgerhäuser Wismars. Seine Backsteinfassade wurde um 1380 errichtet. Den Namen „Alter Schwede“ trägt es erst seit dem 19. Jahrhundert, als hier eine Gastwirtschaft dieses Namens einzog.

Fürstenhof

Altes Haus 1512/13 · Neues Haus 1553–1555

Der Fürstenhof neben der St.-Georgen-Kirche entstand als Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge und besteht aus zwei Gebäuden. Das „Alte Haus“ entstand 1512/13 im spätgotischen Stil, das „Neue Haus“ von 1553 bis 1555 im Stil der italienischen Renaissance. In der Schwedenzeit wurde hier 1653 das oberste schwedische Gericht für Schwedens Besitzungen auf deutschem Boden eingerichtet.

Schabbell – Stadtgeschichtliches Museum

erbaut 1569–1571 · Schweinsbrücke 6/8

Das Renaissancehaus wurde von 1569 bis 1571 erbaut. Bauherr war Hinrich Schabbell, Kaufmann, Ratsherr und Bierbrauer, später Bürgermeister. Heute ist darin das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht.

Zeughaus

um 1700 · heute Stadtbibliothek

Das Zeughaus ist ein Bau schwedischer Militärarchitektur des Barock aus der Zeit um 1700. Entworfen hat es wahrscheinlich der schwedische Festungsbaumeister Erik Dahlberg. Nach einem Umbau von 1993 bis 2000 nutzt es die Stadtbibliothek.

Welt-Erbe-Haus

Lübsche Straße 23 · Eintritt frei

Das Besucherzentrum erklärt, was die Altstadt zum UNESCO-Welterbe macht, und zeigt über 700 Jahre Baugeschichte. Laut Stadt ist es an 365 Tagen im Jahr kostenfrei geöffnet.

Backsteinkirchen

St. Marien und St. Georgen wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. St. Georgen ist wiederaufgebaut, von St. Marien steht nur noch der Turm.

St. Nikolai

erbaut 1381–1487 · Langhaus 37 m hoch

St. Nikolai wurde von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer gebaut. Mit ihrem 37 Meter hohen Langhaus hat sie nach Angaben der Stadt das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands. Hier stehen auch Kunstwerke aus den zerstörten Kirchen St. Marien und St. Georgen.

St. Georgen

Wiederaufbau 1990–2010 · Plattform in 35 m Höhe

Die Kirche wurde in den letzten Kriegstagen 1945 schwer beschädigt und verfiel danach jahrzehntelang. Am 25. Januar 1990 brachte ein Orkan den Giebel des Nordquerhauses zum Einsturz. Das gab den Anstoß für den Wiederaufbau. Seit 2010 wird St. Georgen für Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen und Lesungen genutzt. Eine Aussichtsplattform in 35 Metern Höhe ist seit Mai 2014 mit dem Aufzug erreichbar.

Turm von St. Marien

über 80 m hoch · Kirchenschiff 1960 gesprengt

St. Marien war die Ratspfarrkirche der Stadt. In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 wurde sie bei einem Luftangriff stark beschädigt. Das Kirchenschiff wurde im August 1960 trotz Protesten gesprengt. Erhalten blieb der über 80 Meter hohe Turm, der heute die Silhouette der Altstadt bestimmt.

Heiligen-Geist-Kirche

Mitte des 13. Jahrhunderts

Die Heiligen-Geist-Kirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts als Spitalkirche. Kranke, Obdachlose und Pilger fanden hier Hilfe und Unterkunft. Sehenswert sind die bemalte Holzbalkendecke und die Kanzel. Wer „SOKO Wismar“ kennt, erkennt das Tor zum Kirchhof: Es ist in der Serie die Einfahrt zum Polizeirevier.

Am Wasser und außerhalb der Altstadt

Alter Hafen, Wassertor und Baumhaus

Teil des Welterbes

Das Wassertor ist das letzte erhaltene von ursprünglich fünf Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Am Hafenbecken steht das Baumhaus, ein Barockbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zum Welterbe gehört auch die Grube, ein im Mittelalter künstlich angelegter Wasserlauf durch die Altstadt.

Im Baumhaus sitzt der Förderverein der „Wissemara“, des Nachbaus einer Hansekogge aus dem 14. Jahrhundert. Die Kogge darf seit Herbst 2025 wegen Schädlingsbefalls nicht fahren. Über das Vermögen des Vereins wurde am 29. Juni 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet. Aktuelle Informationen veröffentlicht der Verein selbst.

Insel Poel

37 km² · über den Poeler Damm erreichbar

Die Insel Poel liegt nördlich von Wismar in der Wismarbucht. Sie ist 37 Quadratkilometer groß, besteht aus 15 Dörfern und ist über den Poeler Damm mit Brücke an das Festland angebunden. Informationen zu Stränden und Unterkünften gibt die Gemeinde Ostseebad Insel Poel, öffnet in neuem Fenster.

Für den Stadtrundgang

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Quellen zu dieser Seite

Abgeglichen am 29. September 2026.